Interview mit Wolfgang Werner, Vorstandsvorsitzender von Praktiker 

Herr Werner, warum engagiert sich Praktiker für Spielplätze?
 
Vor allem aus zwei Gründen. Erstens, weil Kinder das Wichtigste sind, was wir haben, und weil es für Kinder immer weniger Freiräume gibt zum sich Austoben, zum ungezwungenen Spielen und Klettern. Und zweitens, weil wir in der derzeitigen wirtschaftlichen Krise ein positives Signal setzen wollen. Im Rahmen unserer Initiative „Ärmel hoch“ motiviert Praktiker das ganze Jahr über die Menschen, zu handeln statt nur zu reden, selbst mit anzupacken und so zur Überwindung der Depression beizutragen. Wir leisten dabei Hilfe zur Selbsthilfe, auch und gerade mit der „Aktion Spielplatz“. Denn das meiste, was man braucht, um einen alten Spielplatz aufzumöbeln oder einen neuen einzurichten, gibt es bei uns im Baumarkt.   
                   
Was ist das Ziel Ihres Wettbewerbs „Aktion Spielplatz“?
 
Deutschland braucht mehr und bessere Spielplätze. Dazu wollen wir beitragen. Doch den Gemeinden bzw. gemeinnützigen Trägern fehlen oft die finanziellen Mittel für den Bau oder die Modernisierung von Spielplätzen. Da ist es gut zu wissen, dass die Bereitschaft zu privater Initiative stetig wächst. Diese Bereitschaft gilt es, in positive Energie umzusetzen.
 
Was können Nachbarn durch Eigeninitiative gewinnen, konkret beim Wettbewerb „Aktion Spielplatz“?
 
Die Eigeninitiative soll sich lohnen. Deshalb erhalten die ersten 100 Teilnehmer des Wettbewerbs mit ihrer Anmeldung von Praktiker einen Warengutschein über jeweils 500 Euro. Alle weiteren Teilnehmer erhalten eine speziell dafür entwickelte „Spielplatz-Karte“, die einen Preisvorteil von 10 Prozent auf alle Materialien gewährt, die für ihr Spielplatz-Projekt benötigt werden. Für jedes Bundesland wird eine Fachjury darüber hinaus einen Landessieger auswählen. Die 16 Sieger gewinnen Geldpreise in Höhe von insgesamt 50.000 Euro. Und unter den Landessiegern wird dazu noch ein Bundessieger ausgewählt, dem eine einmalige Prämie in Höhe von 10.000 Euro winkt.
 
Was fällt Ihnen spontan zu den Spielplätzen in Ihrer Nachbarschaft ein?
 
Einige sind vorbildlich ausgestattet, kindgerecht gestaltet und gepflegt, andere nicht. Vor allem älteren Spielplätzen fehlt es an attraktiven Erlebniswelten, die dem Bewegungsdrang der Kinder gerecht werden, Kreativität fördern und Abenteuerlust wecken. Man muss heute schon mehr bieten als einen Kasten voll Sand, eine Schaukel und ein paar Kletterstangen. Das hat sich immer noch nicht überall herumgesprochen.
 
Können Sie sich daran erinnern, wo Sie selbst als Kind gespielt haben?
 
Weitaus häufiger draußen, als es viele Kinder heute tun. Allerdings weniger auf ausgewiesenen Spielplätzen, die es in den späten 50er- und frühen 60er-Jahren noch kaum gab, sondern eher auf Wiesen und in Wäldern, auf dem Bolzplatz, zuweilen auch auf der Straße – natürlich bei viel weniger Verkehr als heute.